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Mobile Tante Emma namens Christiane

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Supermärkte gibt es viele, Einkaufsläden, die mobil sind, die sind eine Besonderheit, eine zunehmend beliebte in Zeiten schwindender Mobilität vor allem für Senioren. Der Frischedienst Engelwieser ist so ein Tante-Emma-Laden auf Rädern, Verkaufsfahrerin Christiane ist seit neun Jahren mittwochs in der Stadt.

 

Plauen/ Neumark  – Es klingelt schrill über die Straße und der Freifläche vor dem Hochhaus an der Bebelstraße, als würde die Feuerwehr um die Ecke düsen. Doch nein, es ist ein gelber Transporter mit der Aufschrift Engelwieser Frischedienst, aus dem diese Glocke schellt, der da um die Ecke biegt und auf dem Parkplatz zum Stehen kommt. Der Wagen wird schon sehnsüchtig erwartet, ein Dutzend älterer Herrschaften stehen in gebührendem Abstand zueinander und atmen auf. Jetzt geht es los mit dem Einkauf. Aus dem Fahrerhäuschen steigt eine Frau. Christiane Pöch lächelt, grüßt freundlich, sie hebt eine Wagenfläche nach oben, es eröffnet sich ein üppig und bunt gefüllter Verkaufstresen ihres mobilen Tante Emma Ladens. Der Anblick weckt Bedürfnisse und Einkaufslust, die alten Leute sind guter Dinge, können sie jetzt für die nächsten sechs, sieben Tage ihre Waren des täglichen Bedarfs i Ruhe ordern. Klar, sie könnten auch in nahe gelegene Supermärkte, Bäckereien Fleischereien gehen. Einige tun es auch, andere indes sind gar nicht mehr gut zu Fuß und froh über dieses exklusive, besondere Angebot vor der Haustüre. „Stimmt, der Kunde kommt nicht zu uns, wir kommen zu ihm“, sagt Verkäuferin Pöch dazu, die sogleich mit dem Verkauf und dem Verkaufsplausch beginnt und meist schon genau weiß, was ihre Kunden brauchen. „Das sind einfach die Grundnahrungsmittel, die am meisten gekauft werden. Mehl, Zucker, Kartoffeln, Butter, Wasser, Obst, Gemüse, Wurst usw.“, so Christiane, die die ganze Zeit gute Laune verbreitet. Es ist zu merken, so wichtig ist das gerade jetzt, wo die Welt auf die Pausentaste gedrückt hat und eine schier lähmende Ungewissheit gen Zukunft den Alltag beherrscht. "Ein bisschen Spaß aber muss sein, jetzt erst recht“, findet die 48-Jährige Westsächsin, deren Hauptquartier in Neumark bei Zwickau liegt., um sogleich mit der alten Dame zu scherzen, die zwei Päckchen Mehl auf ihren Rollator packt.

Von Neumark aus wird die ganze Gegend befahren, mittwochs eben das Vogtland, Treuen, Rodewisch, Plauen, die Dörfer, erzählt sie neben dem Arbeiten aus ihrem Auto heraus.  „Vor allem die Alten schätzen das Angebot. Wir haben von A wie Ananas bis Z wie Zahnpasta alles. Okay, Klopapier gibt es gerade auch hier bei mir nicht“, sagt Christiane Pösch augenzwinkernd, die ihren Job seit fast zehn Jahren macht. Sie blickt optimistisch nach vorn. „Ich werde das bestimmt noch 20 Jahre so weiter tun, ich bin ja noch jung“, so die fast 50-Jährige, der ihre universelle Aufgabe enorm gefällt. „Es ist alles so wie es sein soll, das Fahren, das Verkaufen, die Leute, das Beladen des Autos – alles.“ Ihr ist anzumerken, dass eine weitere Sache ihr wichtige Motivation gibt: dass die Menschen sie brauchen und ihren Tante-Emma-Laden auf Rädern annehmen. „Zunehmend“, wie sie ergänzt. Der Halt in Plauen ist vorbei, das Verdeck vor dem Tresen wird wieder heruntergeklappt. Weiter geht es.

 

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